ARBEITSLEITFADEN FÜR RA, QA UND DATENVERANTWORTLICHE

UDI Evidence Pack: Submission-Nachweise nachvollziehbar zusammenführen

Welcher Datenstand wurde freigegeben, was wurde übertragen – und welches Ergebnis kam zurück?

Ein UDI Evidence Pack ist hier die geordnete Zusammenstellung von Nachweisen zu einem UDI-Submission-Lauf. Es verbindet Datenstand, Prüfung, Freigabe, Übertragung und verfügbare Behördenrückmeldungen. Der Begriff bezeichnet in diesem Leitfaden eine organisatorische Arbeitshilfe von Europe IT, kein einheitlich vorgeschriebenes Behördenformular.

Die folgende Struktur unterstützt Sie beim Aufbau eines nachvollziehbaren Prozesses. Welche Nachweise Ihr Unternehmen benötigt, hängt von Zielmarkt, System, Qualitätsmanagement und vereinbartem Leistungsumfang ab. Eine Sammlung von Dateien allein garantiert keine Audit-Konformität.

Welche Nachweise entstehen wann?

Nutzen Sie diese Matrix als Ausgangspunkt für Ihre interne Checkliste. „Verfügbar“ bedeutet: im tatsächlich verwendeten System und Prozess vorhanden – nicht automatisch in jeder Softwareversion oder für jede Behörde enthalten.

Nachweis Inhalt Zeitpunkt Typischer Ursprung / Verantwortung
Umfang Produkte, Datensätze, Zielbehörde und Art des Laufs Vorbereitung Fachlich verantwortliches Team
Datenstand Version, Exportdatum, Dateiname; gegebenenfalls Prüfsumme Vor Prüfung und Freigabe Datenverantwortliche
Review und Freigabe Prüfer, Freigebender, Zeitpunkt, Findings und Entscheidung Vor Einreichung Berechtigte Fachrollen
Validierung Verwendeter Regel-/Softwarestand, Bericht, Fehler, Warnungen und Behandlung Vor Einreichung Prüfprozess und Kunde
Submission Laufreferenz, Benutzer, Zeitpunkt und technischer Status Bei Übertragung Übertragungsprozess
Behördenrückmeldung Verfügbare Quittungen, fachliche Antworten und Ergebnisse je Datensatz Nach Verarbeitung Behörde / auswertendes Kundenteam
Korrektur und Resubmission Ursache, geänderter Datenstand, erneute Freigabe und Bezug zum Vorgängerlauf Bei Rückmeldungen Kunde
Änderungs-/Workflow-Nachweise Verfügbare Historie, Audit-Trail-Auszüge und Prozessereignisse Entsprechend System und Scope System / Prozesseigner
Archivierung Ablageort, Zugriffsrechte, Aufbewahrungsregel und Wiederauffindbarkeit Laufabschluss und laufender Betrieb Organisation / QMS

Empfangen ist nicht automatisch fachlich angenommen. Ein technischer Eingangsnachweis, ein Übertragungsstatus und eine inhaltliche Behördenantwort können unterschiedliche Prozessstufen beschreiben. Bewahren Sie die vorhandene Rückmeldung auf und dokumentieren Sie ihre Bedeutung im jeweiligen Behördenprozess.

Woher kommen die Nachweise?

GSP: zum Upload und zur Submission

Ordnen Sie hochgeladene Datei, Validierungsergebnis, Übertragung und verfügbares Behördenfeedback demselben Vorgang zu. Sichern Sie bereitgestellte Berichte und technische Artefakte entsprechend dem verwendeten Modul.

Ein ZIP-Paket kann die Ablage erleichtern, sofern es im konkreten Prozess bereitgestellt wird. Ein Screenshot ergänzt maschinenlesbare Ergebnisse, ersetzt diese aber nicht. GSP-Prozess ansehen.

GUDI: Daten- und Workflow-Bezug in SAP

Verbinden Sie UDI-Version, verfügbare Freigabe- und Änderungshistorie sowie Submission-Status. GUDI kann Behördenfeedback abrufen und darstellen; fachliche Fehlerkorrektur und erneute Einreichung übernimmt der Kunde.

Ein Prozessereignis und eine konkrete Feldänderung beantworten unterschiedliche Nachweisfragen. Wählen Sie die zum Scope passenden Auszüge. GUDI-Datenmanagement ansehen.

Excel und XML-Projekt

Excel ist die Datenbasis, nicht der Übertragungsnachweis. Halten Sie Originalversion, Review, Änderungen und Freigabe fest. Ergänzen Sie die Nachweise aus der nachfolgenden Konvertierung beziehungsweise Submission.

Beim manuellen EUDAMED-XML-Prozess gehören Quelldaten, erzeugte Dateien, Upload-Zuordnung und verfügbare Ergebnisse zusammen. Übertragungswege vergleichen.

Aufbewahrung separat regeln: Legen Sie fest, wann Ergebnisse aus dem System gesichert werden, wer darauf zugreifen darf und wie lange die Unterlagen benötigt werden. Dieser Leitfaden setzt keine pauschale Aufbewahrungsdauer und verspricht keine unbegrenzte Verfügbarkeit im Portal.

Eine SOP-Struktur in sechs Schritten

Datenstand festlegen

Scope und Version benennen. Original und später korrigierte Fassung nicht überschreiben.

Review durchführen

Vollständigkeit und Plausibilität prüfen; Findings und ihre Behandlung festhalten.

Freigeben

Berechtigte Rolle, Zeitpunkt und freigegebenen Stand nachvollziehbar dokumentieren.

Übertragen

Gewählten Weg ausführen; Laufreferenz, Zeitpunkt und Status zuordnen.

Ergebnis einordnen

Rückmeldungen auswerten. Erfolgreiche und fehlerhafte Datensätze nicht zu einem unklaren Gesamtstatus zusammenziehen.

Bündeln und archivieren

Zusammengehörige Nachweise verknüpfen; Zugriff, Sicherung und Wiederauffindbarkeit kontrollieren.

So könnte eine kontrollierte Ablage aussehen

Illustratives Organisationsbeispiel, kein erzeugter Download und keine Vorgabe für Ihre Dokumentenlenkung:

SUB-2026-0042/
  01_Scope-und-Datenstand
  02_Review-und-Freigabe
  03_Validierung
  04_Submission
  05_Behoerdenrueckmeldungen
  06_Korrektur-und-Resubmission
  07_Abschluss-und-Archivverweis

Verwenden Sie bei Bedarf ein Schema wie BEHOERDE_SCOPE_YYYY-MM-DD_vX.xlsx. Eine SRN ist nur dort sinnvoll, wo sie zum Behördenkontext gehört. Eine Prüfsumme kann die Zuordnung unterstützen; sie ersetzt weder Freigabe noch Zugriffskontrolle.

Prüffragen für RA und QA

Woher kommen die Daten?

Eine Verantwortungsmatrix zeigt, welche Felder aus ERP, Labeling, Entwicklung oder QM kommen. Für widersprüchliche Angaben braucht es eine festgelegte führende Quelle und einen Klärungsweg.

Wie werden Korrekturen nachvollziehbar?

Verbinden Sie Meldung, Ursache, geänderte Felder, Prüfung und erneute Einreichung. Ob ein Fehler einen formellen CAPA-Prozess auslöst, entscheidet Ihre QMS-Bewertung; nicht jeder Rückläufer ist automatisch eine CAPA. EUDAMED-Fehler systematisch einordnen.

Kann ich Nachweise mit Excel organisieren?

Ja, als Teil eines kontrollierten Prozesses. Versionierung, Review, Berechtigungen und externe Submission-Ergebnisse müssen zusammenspielen. Das Dateiformat allein macht die Ablage weder auditgeeignet noch ungeeignet.

Erzeugt Europe IT immer automatisch ein vollständiges Evidence Pack?

Der Leitfaden beschreibt eine empfohlene Nachweisstruktur. Welche Exporte, Berichte und Ablageleistungen tatsächlich bereitgestellt werden, ist am jeweiligen Produkt und vereinbarten Prozess zu prüfen.

Von Einzeldateien zu einem nachvollziehbaren Prozess

Europe IT unterstützt Sie bei der Einordnung von Datenvorbereitung und Übertragung. Bringen Sie Ihren derzeitigen Ablauf und die benötigten Nachweise mit – so lässt sich klären, wo Systemfunktionen genügen und wo organisatorische Regeln fehlen.

UDI-Submission-Prozess besprechen · Strukturierte Excel-Datenvorbereitung · Zurück zum UDI-Ratgeber

Redaktioneller Stand: 4. September 2026. Organisationshilfe auf Basis der Europe-IT-Prozessbeschreibung; keine Audit- oder Compliance-Garantie.