EUDAMED UDI Fehlerbibliothek:
Top 25 Rückläufer (Symptom → Ursache → Fix → Prävention)
Diese Fehlerbibliothek ist für Regulatory Affairs & Quality gedacht, um Rückläufer schnell zu klassifizieren, Korrekturen sauber zu steuern und Prävention in den Prozess einzubauen. Nutzen Sie die Struktur pro Fehler: Symptom, wahrscheinliche Ursache, RA/QA Quick Fix, Präventionskontrolle.
Tipp für die Praxis: Legen Sie intern ein „Error Board“ an (Jira/Excel), das jeden Rückläufer auf genau einen Bibliotheks-Eintrag mapped. So werden wiederkehrende Fehler sichtbar und verschwinden dauerhaft.
1) Stammdaten & Identifikatoren
1. SRN fehlt oder ist nicht konsistent
- Symptom: Datensatz wird abgelehnt oder bleibt in Prüfung.
- Ursache: SRN nicht gepflegt / falscher Akteur (Hersteller vs. Bevollmächtigter).
- Quick Fix: SRN-Quelle festlegen, Eintrag konsistent in allen relevanten Datensätzen.
- Prävention: Feld-Owner definieren, Pflichtfeld-Check vor Submission.
2. Basic UDI-DI und UDI-DI nicht sauber verknüpft
- Symptom: UDI-DI wird nicht akzeptiert oder „Parent“ fehlt.
- Ursache: Parent-Code nicht gepflegt oder Schreibweise/Format abweichend.
- Quick Fix: Masterliste Basic UDI-DI erstellen und als Referenz nutzen.
- Prävention: Lookup-Validierungen (nur existierende Parent-Codes zulassen).
3. Issuing Agency / Codeformat inkonsistent
- Symptom: „Invalid code“ / Formatfehler.
- Ursache: Vergabestelle (z. B. GS1/HIBCC/ICCBBA) nicht korrekt oder Code falsch strukturiert.
- Quick Fix: Vergabestelle pro Produktlinie prüfen, Codeformate harmonisieren.
- Prävention: Drop-Down Auswahl + Regex/Format-Checks (Excel) und Validierung vor Einreichung.
2) Klassifizierung, Gesetzgebung, Geräteeigenschaften
4. Gesetzgebung MDR/IVDR falsch gesetzt
- Symptom: Widersprüche in Pflichtfeldern oder Ablehnung.
- Ursache: Datensatz nutzt MDR-Logik bei IVDR oder umgekehrt.
- Quick Fix: Applicable Legislation prüfen und abhängige Felder korrigieren.
- Prävention: „Legislation Gate“: abhängige Felder nur in passender Logik freigeben.
5. Risikoklasse / Eigenschaften widersprüchlich
- Symptom: Datensatz nicht plausibel (z. B. Implantat-Flag vs. Klasse).
- Ursache: Klassifizierung nicht mit Geräteflags abgestimmt.
- Quick Fix: Klassifizierungsmatrix (RA/QA) gegen Geräteattribute prüfen.
- Prävention: Review-Checkliste: Risikoklasse + zentrale Flags gemeinsam prüfen.
3) UDI-DI, Status, Namen & Modelle
6. Device Name/Model uneinheitlich über Varianten
- Symptom: Varianten schwer nachvollziehbar, Daten wirken inkonsistent.
- Ursache: Naming-Konventionen fehlen (Marketing vs. Engineering vs. Labeling).
- Quick Fix: Naming-SOP definieren (Device Name vs. Model vs. Reference).
- Prävention: „Golden Values“ aus einem System of Record; Freigabe durch RA/QA.
7. Device Status falsch oder nicht gepflegt
- Symptom: Ablehnung / Konflikte bei Updates.
- Ursache: Aktiv/Inaktiv Logik nicht klar; alte Varianten bleiben aktiv.
- Quick Fix: Statusdefinition festlegen und betroffene Datensätze bereinigen.
- Prävention: Change-Prozess: Statusänderung nur über Freigabe + Evidence.
4) Packaging Hierarchy & Child-UDIs
8. Verpackungsebenen unvollständig
- Symptom: Rückläufer bei Packaging-Strukturen.
- Ursache: Child-UDI oder Mengenangaben fehlen; Hierarchie nicht konsistent.
- Quick Fix: Verpackungsstufen als Baum modellieren (Level 0/1/2 …), Mengen je Ebene prüfen.
- Prävention: Packaging-Checkliste: Ebene, UDI, Quantity, Status, Relationship.
9. Unit of Use / Secondary Identifiers falsch angewendet
- Symptom: Unklare Identifikatoren, Inkonsistenzen.
- Ursache: Unit of Use vs. Packaging nicht sauber getrennt.
- Quick Fix: Begriffe intern klären und Regeln pro Produktfamilie definieren.
- Prävention: Feld-Guidance direkt im Template (Kommentar/Help-Text) dokumentieren.
5) Production Identifiers (PI): Lot/Serial/Expiry/Manufacturing
10. PI-Felder werden „möglich“ statt „tatsächlich“ gepflegt
- Symptom: Daten passen nicht zum Label / realen Produktionsprozess.
- Ursache: Verwechslung „PI kann vorkommen“ vs. „PI ist auf dem Etikett“.
- Quick Fix: PI-Entscheidung anhand tatsächlicher Kennzeichnung festlegen.
- Prävention: Labeling-Owner als Data Owner für PI-Logik definieren.
6) Zertifikate, NB & Revisionen
11. Zertifikatsnummer/Revisionsnummer unklar
- Symptom: Rückfragen oder Inkonsistenzen bei Zertifikatsbezug.
- Ursache: Revisionen/Verlängerungen nicht sauber versioniert.
- Quick Fix: Zertifikatsregister aufbauen (Nr., Rev., Typ, NB-Code, Laufzeit).
- Prävention: Change-Prozess: Zertifikatsänderungen triggern UDI-Review.
7) Prozessfehler (die häufigsten „unsichtbaren“ Ursachen)
12. Datenänderungen ohne Freigabe
- Symptom: Rückläufer wiederholen sich; Audit-Nachweis fehlt.
- Ursache: Kein formaler Review/Freigabe-Mechanismus.
- Quick Fix: RA/QA-Freigabeschritt vor jeder Submission verpflichtend machen.
- Prävention: Workflow mit Audit-Trail und Rollen (Portal/SAP Add-on) nutzen.
13. „Übermittlungserfolg“ wird nicht archiviert
- Symptom: Bei Audit/Inspektion fehlen Nachweise, obwohl technisch eingereicht wurde.
- Ursache: Ergebnisdateien/Behördenantworten werden nicht zentral gesichert.
- Quick Fix: Evidence-Ablage je Submission-Lauf einführen (ZIP/Reports/Logs).
- Prävention: Evidence-SOP (monatlich/je Lauf) + Naming-Convention.
Die restlichen 12 Fehler (Kurzformat)
Nutzen Sie diese Liste als „Fast Check“. Wenn Sie möchten, kann ich jeden Punkt analog zu oben (Symptom/Ursache/Fix/Prävention) ausformulieren.
- Direct Marking Angaben fehlen oder widersprüchlich.
- Latex-/Human-/Animal-Tissue Flags unplausibel.
- IVDR-Spezifika (z. B. Self-testing) fehlen trotz IVDR-Kennzeichnung.
- Sprache nicht konsistent zu bereitgestellten Produktinfos.
- Storage & Handling Conditions unvollständig.
- Device labelled as sterile / needs sterilization before use widersprüchlich.
- Reusable surgical instrument Flag falsch gesetzt.
- Reference Number/Materialnummer doppelt oder nicht eindeutig.
- Packaging Status weicht vom Device Status ab ohne Begründung.
- Mehrere UDI-DIs werden versehentlich als identisch geführt.
- Datenexport/-import erzeugt stillschweigende Formatänderungen (z. B. führende Nullen).
- Updates werden als „Neuanlage“ statt Änderung eingereicht.
Nächster Schritt
Wenn Sie Rückläufer systematisch reduzieren möchten, kombinieren Sie
Excel Template mit dem Global Submission Portal
oder – bei SAP-Governance – Global UDI Add-on für SAP.
FAQ
Wie interpretiere ich technische Validierungsfehler als RA/QA?
Arbeiten Sie immer mit der Logik „Was genau ist betroffen?“ (Feld/Abschnitt), „Welche Regel wird verletzt?“ und „Welche Quelle ist Owner?“. Idealerweise erhalten Sie Fehler so lokalisiert, dass Korrekturen ohne XML-Spezialwissen möglich sind.
Wie stelle ich sicher, dass ein Fehler nicht wiederkommt?
Jeder Fehler muss eine Präventionskontrolle bekommen: Template-Validierung, Pflichtfeld-Gate, Freigabeprozess oder automatisierte Prüfung vor Submission. Sobald Sie das einmal standardisieren, sinkt die Rückläuferquote nachhaltig.