Computer System Validation – CSV

Computer System Validation bezeichnet einen dokumentierten Prozess, der sicherstellt, dass ein computergestütztes System genau das tut, wofür es entwickelt wurde, und zwar auf konsistente und reproduzierbare Weise.

Der Validierungsprozess liefert den dokumentierten Nachweis, dass das System durchgängig seine vordefinierten Anforderungen erfüllt und für seinen bestimmungsgemäßen Gebrauch geeignet ist. Validierungen können in verschiedenen Typen des GxP-regulierten Umfelds verwendet werden:

  • Sterilität
  • Reinigung
  • Methode
  • Prozessvalidierung

 

Warum ist die Computer System Validation wichtig?

Insbesondere für Pharmaunternehmen und Medizinproduktehersteller ist die Computer System Validation relevant, da hier die Transparenz, Qualität sowie Patientensicherheit des Systems bewertet wird. Dabei gilt stets:

  • Vermeidung von Gefahren und Risiken für die menschliche Gesundheit und das Leben
  • Vermeidung von Produktfehlern und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Leben
  • Gewährleistung von qualitativ hochwertigen Produkten durch umfangreiche Tests und einen kontrollierten IT-Betrieb
  • Minimieren Sie das Risiko von Fehlfunktionen und Ausfällen durch einen kontrollierten IT-Betrieb und transparente IT-Prozesse

 

Mit Umsetzung der Computer System Validation stellen Sie zudem sicher, dass Sie im Einklang mit nationalen sowie internationalen Vorschriften agieren und können folgende kritische Richtlinien abdecken:

  • ISO 13485, FDA 21 CFR 820, FDA 21 CFR Part 11, SFDA etc.
  • Zuverlässige und sichere (Herstellungs-) Prozesse
  • Nachweis von Aktivitäten, um GxP-kritischen Prozessen zu entsprechen

 

Langfristig betrachtet hilft die Computer System Validation auch Kosten zu reduzieren:

  • Geringer Wartungsaufwand durch Einsatz von Qualitäts- und Projektmanagementstandards
  • Geringe Wartungsaufwände und Kosten im Change Management durch Transparenz und eine zuverlässige Systemdokumentation
  • Geringe Kosten in der Entwicklung und Herstellung von Produkten durch Einsatz zuverlässiger Software und Prozesse

IQ, OQ und PQ im Kontext von Computer System Validation

Die Akronyme stehen für:

  • IQ: Installation Qualification (Installationsqualifzierung)
  • OQ: Operational Qualification (Funktionsqualifizierung)
  • PQ: Performance Qualification (Leistungsqualifizierung).

Diese Qualifizierungen umfassen Aspekte der Validierung / Qualifizierung

  • IQ:

    • Hardware Installation Qualification: Ist der dokumentierte Nachweis, dass
      • die Anlage gemäß ihrer Spezifikation konzipiert und gebaut ist,
      • die Anlage richtig installiert ist,
      • die Anlage ihren festgelegten Zweck erfüllt,
      • die Installation transparent ist,
      • die Installation wiederholbar/reproduzierbar

      .

    • Software Installation Qualification:
      • ist die Installationsanleitung/Richtlinie für das Computersystem samt unternehmensspezifischen Einstellungen
        und Parametern
      • wird als Checkliste und Dokumentation für die richtige Installation verwendet,
      • soll bei jeder Installation des Computersystems wiederverwendet werden (Clients, …),
      • bietet eine Standardisierung der CS und ist geeignet für die wiederholte Verwendung einer Validierungsdokumentation in mehreren Systemen,
      • jede Installation des CS ist identisch, transparent und wiederholbar/reproduzierbar.
  • OQ:

    • Die Betriebsqualifizierung (OQ) wird nach Erfüllung jedes Protokolls der IQ durchgeführt. Der Zweck der OQ ist es, festzustellen, dass die Leistung der Ausrüstung mit der Spezifikation der Benutzeranforderungen innerhalb der vom Hersteller angegebenen Betriebsbereiche übereinstimmt. In der Praxis bedeutet dies, dass Ausrüstungsmerkmale, die die Qualität des Endprodukts beeinflussen können, identifiziert und geprüft werden.
    • Während der OQ werden alle Elemente des Prüfplans getestet und ihre Leistung wird gründlich dokumentiert. Da dies eine Voraussetzung für die Abnahme der Ausrüstung und der Anlage ist, kann sie erst durchgeführt werden, wenn die IQ gelaufen ist.
    • Im Allgemeinen dient die OQ als detaillierte Überprüfung von Hardware- oder Software-Inbetriebnahme, Betrieb, Wartung, Reinigung und Sicherheitsprozeduren (falls und wo sie anwendbar sind). Für jede Einheit der Hard- und Software muss nachgewiesen werden, dass sie innerhalb der spezifizierten Grenzen arbeitet.
  • PQ:

    • Der letzte Schritt der Qualifizierung von Geräten ist die PQ. In dieser Phase verifiziert und dokumentiert das Qualifizierungs- und Validierungsteam, dass die Ausrüstung mit reproduzierbaren Ergebnissen innerhalb eines bestimmten Arbeitsbereichs unter simulierten realen Bedingungen arbeitet. Anstatt die Komponenten und Geräte einzeln zu testen, werden sie in der PQ als Teil- oder Gesamtprozess geprüft.
    • Bevor jedoch mit der Qualifizierung begonnen wird, muss das Team einen detaillierten Prüfplan auf der Grundlage der Prozessbeschreibung erstellen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Qualität der Qualifizierung zu einem großen Teil von der Qualität des Testplans abhängt. Dies ist ein Bereich, in dem ein externer Spezialist hinzugezogen werden kann (und oft auch sollte), um Gründlichkeit und Genauigkeit sicherzustellen.
    • Das Protokoll der Prozessleistungsqualifizierung (PPQ) ist ein grundlegender Bestandteil der Prozessvalidierung und -qualifizierung. Der Zweck ist es, eine kontinuierliche Produktqualität zu gewährleisten, indem die Leistung über einen bestimmten Zeitraum für bestimmte Prozesse dokumentiert wird.

 

 

 

Unser Leistungsspektrum

  • Risiko basierende Validierung
  • Validierung von SAP Softwarekomponenten und selbst entwickelten SAP Anwendungen
  • Validierung gemäss ISO 13485
  • Risikobewertung
  • Testskripterstellung, Testausführung
  • Durchführung der Validierung
  • IQ/OQ/PQ

Computer System Validation gemäß V-Model

Das V-Modell wurde für die Softwareentwicklung konzipiert um einzelnen Entwicklungsphasen Testphasen gegenüberzustellen. Damit ist das Vorgehen zur Qualitätssicherung mit Hilfe von Tests definiert. Auf der linken Seite wird mit einer funktionalen/fachlichen Spezifikation begonnen, die immer tiefer detailliert zu einer technischen Spezifikation und Implementierungsgrundlage ausgebaut wird. Bildlich entsteht so das namensgebende „V“, welches die einzelnen Entwicklungsebenen ihren jeweiligen Testebenen gegenüberstellt.

  • High Level Risk Assessment (HLRA)
    • erkennt, ob das System (oder ein Teil des Systems) einer Validierung unterliegt. Diese Bewertungen basieren auf einem Fragebogen, der definiert, ob das System einen potenziellen Einfluss auf produktions- und/oder qualitätsbezogene Prozesse hat (GxP-Kritikalität)
    • die GAMP-Software-Kategorie identifizieren, um die Validierungsaktivität und die Eigenschaften neu zu definieren, Ebene des V-Modells (GAMP 5, Seite 127, Anhang M4)
  • Validierungsplan (VP)
    • plant die Validierungsaktivitäten, um die Konformität und die Aktivitäten sicherzustellen, damit das System für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist. Der Validierungsplan definiert: Projektumfang/Validierung, Validierungsstrategie, erforderliche Aktivitäten und Ergebnisse, Projektorganisation und Verantwortlichkeiten, Abnahmekriterien, System-Management-Aktivitäten (Incident Management, Problem Management, Change Management), um den validierten Status zu erhalten
  • Benutzeranforderungsspezifikationen (URS)
    • muss vom Business Application Owner erstellt werden
    • es definiert klar und präzise den Verwendungszweck, die gewünschten Funktionalitäten, das Verhalten, die unterstützten Geschäftsprozesse: Funktionen, Daten, Schnittstellen, Rollen, nicht-funktionale Attribute
    • es sollte so detailliert wie möglich sein
    • es beschreibt nicht die Lösung des Systems
    • es ist die Grundlage für die Entwicklung des Systems und sollte vom ITAO/ Entwickler verstanden werden
  • Funktionale Spezifikation (FS)
    • beschreibt die Umsetzung und Funktionalitäten der Benutzeranforderungen im System einfach und selbsterklärend
    • die funktionale Spezifikation ist die Übersetzung der Anforderung auf die Funktionalität und gibt an, was das vorgeschlagene System zu tun hat
  • Funktionale Risikobewertung (FRA)
    • wird verwendet, um die Funktionen zu identifizieren, die einen Einfluss auf die Patientensicherheit, Produktqualität und Datenintegrität haben
    • die FRA definiert die Maßnahmen zur Reduzierung der Risiken. Schadensminderung kann sein: SOP
    • zusätzliche Kontrolle innerhalb des Systems (Muss-Felder, Querprüfung, Plausibilitätsprüfung, etc.)
    • eine Überprüfung des Systems ist keine Schadensminderung
  • Entwurfsspezifikation (DS)
    • beschreibt, wie das System gebaut wird, um die funktionale Spezifikation zu erfüllen.
    • ist die Information über den Entwurfsstand mit zielgerichtetem Input (meist von Entwicklern erstellte Design-Diagramme und Spezifikationen) und Output
    • Verweis auf IEEE Working Group P1016 -> System Design Spec. Standard
  • (Software) Installations-Qualifizierung (IQ)
    • ist die Installationsanleitung/ -richtlinien für das Computersystem einschließlich firmenspezifischer Einstellungen und Parameter
    • wird als Checkliste und Dokumentation für die richtige Installation verwendet
    • sollte für jede Installation des Computersystems (Clients) wiederverwendet werden. Jede CS-Installation ist identisch, transparent und wiederholbar/reproduzierbar.
    • bietet eine Standardisierung von CS und ist für die wiederholte Verwendung der Validierungsdokumentation in mehreren Systemen geeignet
  • Technischer Test (TT/ OQ)
    • plant die Testaktivitäten, Abnahmekriterien, Menge, Umgebung, Strategie, Fehlerbehandlung usw.
    • die Menge, Komplexität und Arten der Tests basieren auf dem Risiko (siehe Ausgabe von FRA)
    • Technische Tests umfassen: Modul/ Einheit, Integration, Konfiguration, Funktionstest
  • Benutzerakzeptanztest (UAT/ PQ)
    • plant die Testaktivitäten, Akzeptanzkriterien, Menge, Umgebung, Strategie, Fehlerbehandlung usw.
    • die Menge, Komplexität und Arten der Tests basieren auf dem Risiko (siehe Ausgabe von FRA)
    • die Ergebnisse des Tests sollten im Vergleich mit den vordefinierten Akzeptanzkriterien gegen die Spezifikationen dokumentiert werden
  • Rückverfolgbarkeitsmatrix (TM)
    • es muss möglich sein, jeden Teil von der Benutzeranforderung über die Spezifikation bis zu den Verifikationsaktivitäten und umgekehrt zurückzuverfolgen
    • die Rückverfolgbarkeit ist durch die Erstellung einer expliziten Rückverfolgbarkeitsmatrix herzustellen
  • Validierungs-Zusammenfassungsbericht (VSR)
    • schreibt die Historie des Validierungsprojekts

 

 

Risikomanagement in der Computer System Validation

Das Risikomanagement ist eine wesentlicher Bestandteil des CSV und stellt die Qualität und Transparenz des Systems im Hinblick auf potentielle Risiken sicher. Im Rahmen der funktionale Risikobewertung (FRA) werden die Risiken im Bezug auf die Patientensicherheit, die Produktqualität und die Datenintegrität jeder Funktion bewertet.

  • Bei dieser Risikobewertung werden unterschiedliche Risikoszenarien durchleuchtet und entsprechende Gegenmaßnahmen zur Reduzierung der Risiken definiert.
  • Maßnahmen zur Risikominderung sollten vor allem dann definiert werden, wenn die Eintrittswahrscheinlich sowie der Einfluss des Risikos auf die Patientensicherheit, Produktqualität und Datenintegrität hoch sind und das Risiko im Use Case zudem nicht sofort erkannt werden kann.
  • Basierend auf diesen Faktoren kann das potentielle Risiko berechnet und priorisiert werden.

Geeignete Gegenmaßnahmen zur Risikoreduzierung können auf zwei Ebenen definiert werden:

  • Organisatorisch:
    • Anwendung von Standardbetriebsprozesse (SOP)
    • Trainings & Workshops für den sicheren Umgang mit der Software
  • Technisch:
    • Prüfung der Datenvalidität (Pflichtfelder, Business Rules)
    • Prüfung der Datenintegrität (Cross-Checking)

 

 

Wenn Sie mehr über die Computer System Validation erfahren möchten, kontaktieren Sie uns gerne für einen individuellen Termin.

 

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